Ambulanz für Motoneuronerkrankungen
(u.a. Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und Spinale Muskelatrophie (SMA))

Grundlagen zur Erkrankung
Motoneuronerkrankungen sind eine Gruppe von neurodegenerativen Erkrankungen, die mit dem Absterben von motorischen Nervenzellen (Motoneuronen) einhergehen. Diese Nervenzellen verlaufen vom Gehirn zum Rückenmark (1. Motoneuron) bzw. vom Rückenmark zum Muskel (2. Motoneuron). Zu der Gruppe der Motoneuronerkrankungen gehören u.a. die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und die Spinale Muskelatrophie (SMA). Typische Symptome sind eine Muskelschwäche der Extremitätenmuskulatur, Muskelschwund oder Probleme beim Sprechen und Schlucken.

Leistungen der Ambulanz
Zu den Aufgaben unserer Ambulanz gehört zunächst die Stellung bzw. Sicherung einer Diagnose oder die Beurteilung einer geäußerten Verdachtsdiagnose ("Zweitmeinung"). Der erste Schritt ist ein ärztliches Gespräch sowie eine umfassende körperliche Untersuchung. Im Anschluss erfolgen häufig laborchemische Analysen des Blutes und ggf. des Nervenwassers, elektrophysiologische Untersuchungen (z.B. NLG, EMG, MUNIX) und bildgebende Verfahren (z.B. MRT/CT). Im Rahmen der Ursachenfindung sind in manchen Fällen zudem gezielte molekulargenetische Untersuchungen einer Blutprobe erforderlich. Nach Diagnosestellung erfolgt eine detaillierte Beratung hinsichtlich der individuellen Prognoseabschätzung und Behandlungsmöglichkeiten. Das Therapiekonzept umfasst je nach persönlichem Bedarf den Einsatz von verschiedenen Medikamenten, Hilfsmitteln (z.B. Rollstuhl, Kommunikationshilfen, Hustenassistent) und Heilmitteln (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie) sowie eine Unterstützung bei Schluck- und Atemstörungen. Wichtige Ziele sind die Verbesserung der Lebensqualität, die Verzögerung des Krankheitsfortschrittes sowie die Prävention und Behandlung von Komplikationen. Aus diesem Grunde ist uns eine langfristige ärztliche Betreuung der Patienten mit Motoneuronerkrankungen in unserer Ambulanz sehr wichtig.

Bei Patienten mit SMA bieten wir zudem eine ambulante Behandlung mit Nusinersen (Spinraza) an. Dieses Medikament wird durch eine Lumbalpunktion in das Nervenwasser injiziert. Im Falle einer ausgeprägten Skoliose oder Voroperationen an der Wirbelsäule werden die Injektionen CT-gesteuert durch unsere Kollegen der Neuroradiologie durchgeführt.

Nützliche Links:
Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke (DGM)
Initiative SMA
ROCK-ALS-Studie

Wissenschaft und Forschung
Da die Therapiemöglichkeiten bei Motoneuronerkrankungen nach wie vor deutlich verbessert werden müssen, forscht unsere Klinik intensiv an neuen Diagnose- und Therapieverfahren.
Unsere Forschungsaktivitäten umfassen sowohl Projekte im neurobiologischen Grundlagenlabor, auf dem Gebiet der Biomarkerforschung als auch im Bereich klinischer Studien, in denen neue Therapieansätze geprüft werden. Aktuell sind wir ein Studienzentrum der ROCK-ALS-Studie, welche in der Universitätsmedizin Göttingen entwickelt wurde und an mehreren Zentren in Deutschland, der Schweiz und Frankreich durchgeführt wird.
Im Rahmen des deutschen Motoneuron- netzwerks (MND-Net) sind wir mit anderen universitären Zentren verbunden um gemeinsam die Erforschung von Motoneuronerkrankungen voranzutreiben.

Termin in der Ambulanz für Motoneuronerkrankungen

Team
Prof. Dr. med. Paul Lingor, Oberarzt (Leitung)
Prof. Dr. med. Marcus Deschauer, Oberarzt
Dr. med. Isabell Cordts, Assistenzärztin
Gitana Zvikaite, Studienkoordinatorin

Sprechstundenzeiten
Dienstag und Freitag 08:30 - 16:30 Uhr

Terminvereinbarung
Montag bis Freitag 09:00 - 15:00 Uhr
Tel: (089) 4140 4630
Fax: (089) 4140 4966

Ort
Neurologische Ambulanz
Neuro-Kopf-Zentrum
Ismaninger Str. 22
81675 München

Was muss mitgebracht werden?

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